Als Teil der Gesellschaft ist es auch Aufgabe der Hochschulen in Rheinland-Pfalz ihren Beitrag zu einer gelebten Willkommenskultur zu leisten. Bildung, das Erlenen der deutschen Sprache und die Teilhabe von Geflüchteten am gesellschaftlichen Leben sind dafür elementare Bestandteile.

Wir begrüßen die bisher von der rheinland-pfälzischen Landesregierung ergriffene Initiative („5-Punkte-Plan“) zur Öffnung der Hochschulen für Geflüchtete. Diese Initiative jedoch nur auf MINT-Fächer an der TU-Kaiserslautern zu beziehen, greift viel zu kurz. Die LAK-Rheinland-Pfalz fordert ein landesweites Konzept zur Integration von Flüchtlingen in die Hochschulen. Höchste Priorität hat dabei vor allem Geflüchtete, die schon ein Studium in ihrer Heimat begonnen haben bzw. eine Hochschulzugangsberechtigung besitzen, schnell in ein Regelstudium zu bringen. Dazu benötigt es Mentoring-Programme, wie es sie schon an vielen deutschen Hochschulen gibt. Intensive Deutschkurse sollen das Angebot ergänzen. Konkret bedeutet diese Forderung, dass auch das internationale Studienkolleg in Mainz mit in die Initiative der Landesregierung aufgenommen werden soll. Sämtliche Initiativen sollen sich außerdem nicht nur auf MINT-Fächer, sondern auf das gesamte Fächerangebot beziehen.

Eine Brücke in ein Studium und in die Gesellschaft kann außerdem die kostenlose Gasthörer*innenschaft bilden. Hier ist Rheinland-Pfalz bundesweit leider Schlusslicht. An keiner rheinland-pfälzischen Hochschule ist es möglich, dass Geflüchtete einen kostenlosen Gasthörer*innenstatus erhalten. Nur in dringenden Härtefällen wie z.B. einer drohenden Abschiebung, gibt es vereinzelte Fälle. Auch das Angebot einer Online-Hochschule gibt es in Rheinland-Pfalz bisher nicht anbietet. Die LAK RLP bekennt sich klar zum Menschenrecht auf Bildung und fordert die Integration von Geflüchteten und den uneingeschränkten Zugang zu universitärer Bildung. Neben der Integration von Geflüchteten in die Gesellschaft, profitieren Geflüchtete zudem von der Infrastruktur der Universität: WLAN, PCs, Bibliotheken, etc.. Studierende, die schon heute Erfahrung in Mentoring-Programmen mit ausländischen Gaststudiereden sammeln, können auch die Begleitung von Geflüchteten an der Universität übernehmen. Die Bereitschaft dafür ist vorhanden.

Die LAK RLP unterstützt die Forderungen der Hochschulrektorenkonferenz und fordert ebenfalls die Universitäten auf, Studierenden, die sich ehrenamtlich z.B. als Deutschlehrer*innen für Geflüchtete engagieren, diese Leistungen für ihr Studium anzurechnen. Dies gilt insbesondere für Studierende in Fächern wie z.B. Erziehungs- oder Bildungswissenschaften, aber natürlich auch für Sprachwissenschaftler*innen.

Die LAK RLP fordert von der Landesregierung und den Hochschulen schnellstmöglich ein umfassendes Konzept, welches die angesprochenen Punkte beinhaltet. Nur wenn im Land, Politik, Hochschulen, Studierende und Bürgerinnen und Bürger anpacken, kann die Integration von Geflüchteten gelingen.

Positionspapier zur Integration von Geflüchteten in das rheinland-pfälzische Hochschulleben

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