Die LandesAStenKonferenz macht sich stark für ein landesweites Semesterticket für die rheinland-pfälzischen Studierenden. Für uns ist klar, dass dieses für den Hochschulstandort Rheinland-Pfalz eingeführt werden muss. Betrachtet man die Entwicklungen in anderen Bundesländern, so stellt man fest, dass es überall Bestrebungen oder auch schon Umsetzungen gibt, ein solches einzuführen. Als Erfolgsmodell gilt das Nachbarbundesland Nordrhein-Westfalen, in welchem alle Studierende den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nutzen können. Um also die Attraktivität des rheinland-pfälzischen Hochschulstandorts zu erhalten, ist ein solches, finanziell erschwingliches, Semesterticket erforderlich.

Aus Sicht der Studierenden hätte ein landesweites Semesterticket verschiedene Vorteile. Die akademische Ausbildung wäre nicht nur auf die eigene Universität beschränkt, man hätte auch die Möglichkeit, Vorträge, Sprachkurse und Angebote anderer Hochschulen zu nutzen. Auch beim Schreiben von Seminar- oder Abschlussarbeiten gäbe es die Möglichkeit, die Bestände anderer Bibliotheken zu nutzen. Im Rahmen der Universität der Großregion wird es den Studierenden auch ermöglicht, die Partneruniversitäten zu besuchen. Durch das landesweite Semesterticket wird es auch ermöglicht, dass die Kulturangebote in Rheinland-Pfalz besser genutzt werden können (vgl. HochSchG § 108 Abs. 4). Als junge Menschen, die ein Studium abschließen möchten, ist kulturelle Bildung ein wichtiges Gut. Insbesondere unter dem Aspekt der Bildungsgerechtigkeit wäre ein landesweites Semesterticket sehr zu begrüßen.

Das Semesterticket bietet politisch und ehrenamtlich engagierten Studierenden die Möglichkeit, die benötigte flexible Mobilität wahrzunehmen. Als einfaches Beispiel können hier die AStA-Vertreter der LAK selbst angeführt werden. Jeden Monat treffen sich alle AStA-Vertreter an einem Hochschulstandort in Rheinland-Pfalz zu einer Sitzung und müssen dafür zum Teil erhebliche Strecken auf sich nehmen, beispielsweise von der Hochschule Koblenz zur Technischen Universität Kaiserslautern. Zurzeit werden die Fahrtkosten durch die Studierenden gedeckt, aber diese Möglichkeit haben viele politisch oder ehrenamtlich engagierte Studierende nicht.

Da viele Studierende in Rheinland-Pfalz nicht in ihrem Heimatort studieren, könnten diese das Ticket auch für Reisen dorthin nutzen, dadurch bliebe Rheinland-Pfalz als Hochschulstandort weiterhin attraktiv und konkurrenzfähig zu Universitätsstandorten in anderen Bundesländern.

Durch die kostenfreie Nutzung des ÖPNVs wären die Studierenden nicht mehr auf eigene Autos angewiesen. Zusätzlich würde dies zu einer wünschenswerten Verringerung der Lärm- und Schadstoffemissionen führen. Ein weiterer positiver Nebeneffekt wären weniger überlastete Parkplätze.

Es lässt sich also zusammenfassen, dass die Attraktivität des rheinland-pfälzischen Hochschulstandorts sehr gesteigert wird, indem die Studierende besser akademische und kulturelle Angebote nutzen können, dass sie sich besser politisch und ehrenamtlich engagieren können und die Umwelt geschützt wird.

 

Die LandesAStenKonferenz Rheinland-Pfalz fordert, dass folgende Prinzipien bei der Einführung des Semestertickets umgesetzt werden:

  1. Das landesweite Semesterticket muss als Solidarmodell eingeführt werden

Für uns ist klar, dass durch das gemeinsame Handeln der Studierenden als Solidargemeinschaft eine erhebliche Preissenkung beim landesweiten Semesterticket zu erreichen ist. Ohne dieses gemeinschaftliche Handeln wird sich die Umsetzung als schwierig gestalten, da ansonsten die Preise für Studierende zu hoch sind. Die Verträge der ASten müssen weiterhin über einen längeren Zeitraum geschlossen werden, um auch hier eine Preissenkung zu erreichen.

 

  1. Die grenzüberschreitenden Geltungsbereiche der momentanen Semestertickets müssen erhalten bleiben

Viele Hochschulen in Rheinland-Pfalz haben zurzeit Semestertickets, die über die Landesgrenzen hinausgehen oder zusätzliche Strecken beinhalten. Diese sollen, sofern sie nicht Bestandteil des RLP-Tickets werden, zusätzlich zu diesem erhalten bleiben. Ein Wegfall ist nicht akzeptabel.

 

  1. Das landesweite Semesterticket muss tatsächlich mindestens landesweite Gültigkeit haben

Das landesweite Semesterticket muss den Studierenden die Möglichkeit bieten, in ganz Rheinland-Pfalz den öffentlichen Personennahverkehr zu nutzen. Ein Komponentenmodell, in dem sich jede Studierendenschaft einzeln andere Verkehrsverbünde hinzubucht, lehnen wir aufgrund geringer Praktikabilität ab.

 

  1. Die Landesregierung muss die Studierenden und ihre Vertreter in der LAK bei der zügigen Umsetzung eines landesweiten Semestertickets unterstützen

Die Landesregierung hat sich im ihrem Koalitionsvertrag diesem Ziel verpflichtet. Wörtlich heißt es: „Außerdem halten wir die Schaffung eines landesweiten Semestertickets für sinnvoll und unterstützen die Interessenvertretungen der Studierenden bei der Erreichung dieses Ziels. (Koalitionsvertrag von Rheinland-Pfalz (2016-2021): S. 21)“

Dementsprechend fordern wir eine stärkere Unterstützung bei der Umsetzung dieses Ziels. Ein Vorgreifen von studentischen Positionen durch Antworten des Ministeriums im Landtag, ohne Rücksprache mit der LandesAStenKonferenz, ist nicht akzeptabel. Das Verkehrsministerium wird aufgefordert, die Studierenden bei den Preisverhandlungen mit den Verkehrsverbünden zu unterstützen.

Ein landesweites Semesterticket wird von verschiedenen Studierendenschaften seit Jahren immer wieder erörtert und gewünscht. Wir wünschen uns, dass der Prozess nun zügig zu ersten Ergebnissen führt und setzen hierbei auf die Unterstützung der Landesregierung, die sich dies selbst zum Ziel gesetzt hat. Es muss angestrebt werden, dass spätestens bis zum Ende der aktuellen Legislaturperiode ein landesweites Semesterticket etabliert wurde.

 

  1. Mitnahmeregelung

Zur Unterstützung für Studierende mit Kindern fordern wir eine kostenfreie Mitnahmeregelung für Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren. Gerade unter dem Aspekt der Vereinbarkeit von Studium und Familie halten wir dies für erforderlich.

Weitere Verhandlungen über Mitnahmeregelungen nach dem Vorbild des landesweiten Semestertickets in NRW halten wir für erstrebenswert.

 

  1. Die Kosten dürfen für die Studierenden an den einzelnen Hochschulstandorten nicht zu hoch sein

Rheinland-Pfalz hat über 120.000 Studierende, die von den jeweiligen ASten im Zusammenschluss der LAK vertreten werden. Durch die Vielzahl der Studierenden soll der Preis für das landesweite Semesterticket ein attraktives Niveau erreichen. Es dürfen, im Hinblick auf die finanzielle Lage von Studierenden, keine zu hohen Kosten durch das Semesterticket entstehen.

 

  1. Eine Erweiterung des Semestertickets in das Saarland ist wünschenswert

Eine Erweiterung des angestrebten Semestertickets zu einem Rheinland-Pfalz-Saarland-Ticket wäre wünschenswert. Viele Studierende kommen wechselseitig aus den jeweiligen Bundesländern und es führen wichtige Zugverbindungen zwischen den rheinland-pfälzischen Hochschulen durch das Saarland. Darüber hinaus finden durch Kooperationen auch Lehrveranstaltungen unter anderem an der Universität des Saarlandes im Rahmen der UniGR statt.

 

  1. Ablauf der Verhandlungen

Die Verhandlungen sollen zwischen der LAK, dem Verkehrsministerium, den Verkehrsverbänden und den Zweckverbänden Schienenpersonennahverkehr geführt werden. Die LAK wird dabei durch eine Delegation vertreten und durch externe Expert*innen unterstützt. Die erarbeiteten Konditionen werden dann den Studierendenschaften des Landes zur Abstimmung vorgelegt.

Um das Ziel zu erreichen, ernennen die ASten in Rheinland-Pfalz durch die LandesAStenKonferenz folgende studentischen Vertreter*innen, welche legitimiert sind, bei den Verhandlungen für Studierende in Rheinland-Pfalz zu sprechen. Den Vorsitz dieser Delegation hat die Koordination der LAK und sie dient weiterhin als direkter Ansprechpartner*in für sämtliche Belange, die die Verhandlungen betreffen. Die Vertreter*innen verpflichten sich, eine Erklärung zu unterschreiben.

 

Studentische Vertreter*innen:

  1. Luca Wagner (Universität Trier)
  2. Paula Kirpal (Universität Koblenz-Landau, Campus Landau)
  3. Florian Schweizer (Technische Universität Kaiserslautern)
  4. Markus Halbrock (Johannes Gutenberg-Universität Mainz)
  5. Carlos Wieland (Universität Koblenz-Landau, Campus Landau)
  6. Maximilian Kurth (Hochschule Trier)
  7. Judith Petersen (FTSK Germersheim)
  8. Dominik Nemeth (Johannes Gutenberg-Universität Mainz)
  9. Alexander Puderbach (Johannes Gutenberg-Universität Mainz)

 

Weiterhin ernennt die LandesAStenKonferenz einen oder mehrere externe Berater*innen zur Unterstützung. Diese sollen die LAK vor allem langfristig beraten, da die studentischen Vertreter*innen oftmals einer hohen Fluktuation unterliegen. Er bekommt Zugang zu den Verhandlungsinformationen und unterliegt einer Geheimhaltungsvereinbarung.

 

Externe Berater*innen:

  1. Andreas Wagner (Geschäftsführer des Studiwerk in Trier)

 

Dieses Positionspapier wurde auf der Mitgliederversammlung am 19.09.2017 in Landau beschlossen. Auf der Mitgliederversammlung am 14.11.2017 wurde Markus Halbrock (JGU Mainz) für das Verhandlungsteam benannt sowie das Verhandlungsteam um vier Personen erweitert und Maximilian Kurth (Hochschule Trier), Judith Petersen (FTSK Germersheim), Dominik Nemeth (JGU Mainz) und Alexander Puderbach (JGU Mainz) für diese Plätze benannt.

Mainz, den 14.11.2017

 

PDF:

Positionspapier Landesweites Semesterticket_word

Positionspapier zum landesweitem Semesterticket

Beitragsnavigation